Jeder Unfall ist einer zu viel: Vorsicht im Homeoffice

Lohnnachweise für 2018 sind bis zum 18. Februar 2019 elektronisch zu übermitteln

 

Es wird schon nichts passieren, denkt so mancher Unternehmer. Doch nicht nur in der Firma, sondern auch auf dem Weg zu Arbeit besteht die Gefahr eines Unfalls. Die Zahlen sind alarmierend. Im I. Halbjahr 2018 wurden rund 937.000 Arbeits- und Wegeunfälle an die neun Berufsgenossenschaften gemeldet. Über die Hälfte führte dabei zu Arbeitsausfällen von mindestens drei Tagen und 303 Unfälle endeten sogar tödlich.

Gesetzliche Unfallversicherung übernimmt Haftpflichtverantwortung des Arbeitgebers
Für die Folgen aus einem Arbeits- oder Wegeunfall seiner Mitarbeiter haftet normalerweise der Arbeitgeber. Müsste er allein dafür aufkommen, könnte dies im Einzelfall teuer werden und sogar die Existenz des Unternehmens erheblich gefährden. Damit dies nicht passiert, ist die Haftpflichtverantwortung des Arbeitgebers per Gesetz auf die gesetzliche Unfallversicherung der Berufsgenossenschaften übertragen. Arbeitgeber sind Pflichtmitglied einer Berufsgenossenschaft, sobald sie Arbeitnehmer einstellen. Je nach Branche und Gewerbezweig gehören sie einer der neun Berufsgenossenschaften an. Mit den Beiträgen zur Berufsgenossenschaft finanzieren alle Arbeitgeber gemeinsam die Folgen aus einem Arbeits- oder Wegeunfall.

Unfallversicherung gewährt Sach- und Geldleistungen
Zu den im Einzelfall gewährten Sach- und Geldleistungen im Rahmen eines anerkannten Arbeits- oder Wegeunfalls gehören die medizinischen Leistungen zur Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit ebenso, wie die Aufwendungen für die Arbeits- oder Berufsförderung, wenn der Arbeitnehmer nach dem Unfall nicht mehr seine bisherige Tätigkeit ausüben kann. Sind Hilfsmittel oder andere Maßnahmen notwendig um besser mit den Verletzungsfolgen klar zu kommen, so werden auch diese Leistungen übernommen. Für den Fall, dass der Arbeitnehmer ganz oder teilweise nicht mehr berufstätig sein kann, werden Renten als finanzieller Ausgleich gezahlt.

Im Homeoffice ist nicht jeder Unfall ein Arbeitsunfall
Die zuständige Berufsgenossenschaft gewährt allen Arbeitnehmern eines Unternehmens unabhängig von der Höhe des jeweiligen Arbeitsentgelts Versicherungsschutz während der Arbeit und auf dem direkten Weg zwischen der Arbeitsstätte und der Privatwohnung. Umwege auf dem Weg zur Arbeit oder auch Raucherpausen in der Firma sind allerdings nicht versichert. Auch bei der Arbeit im Homeoffice ist Vorsicht geboten, denn hier ist die Abgrenzung zum privaten Bereich und privaten Risiko nicht immer leicht. Denn Risiken, die in der privaten Wohnung liegen, hat nicht der Arbeitgeber, sondern der Arbeitnehmer selbst zu verantworten. So können zwar Betriebswege bei einem Homeoffice durchaus innerhalb der Wohnung liegen und den privaten und beruflichen Teil des Gebäudes verbinden, so dass dabei auftretende Unfälle als Arbeitsunfall gelten. Wege zur Nahrungsaufnahme im Homeoffice sind dagegen nicht unfallversichert.

Unternehmer sind nur ausnahmsweise pflichtversichert
Auch Unternehmer ohne Beschäftigte können verpflichtet sein, für das eigene Unfallrisiko Beiträge in die Berufsgenossenschaft einzuzahlen. Das betrifft z. B. landwirtschaftliche Unternehmer, selbständig tätige Küstenschiffer und Küstenfischer, selbständige Hebammen, Physiotherapeuten und Masseure). Auch für Unternehmer der Fleischwirtschaft sah die Satzung der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe bis Ende 2018 eine Pflichtversicherung vor. Das hat sich in diesem Jahr geändert. Sieht die Satzung keine Pflichtmitgliedschaft für den Unternehmer vor, so besteht in der Regel die Möglichkeit, sich freiwillig zu versichern. Ob dies sinnvoll und notwendig ist, muss jeder Unternehmer für sich entscheiden. Dabei muss natürlich auch die Wahrscheinlichkeit eines Arbeitsunfalls einkalkuliert werden, welches stark von der jeweiligen Branche abhängt. So hat z. B. der Gastronom, der selbst am Herd steht ein höheres Unfallrisiko, als wenn er sich überwiegend um den reibungslosen Ablauf in der Gaststätte kümmert.

Beitragshöhe hängt vom Gefahrenpotenzial ab
Dass auf dem Bau oder auch in der Restaurantküche eine höhere Unfallgefahr besteht, als im Büro, ist augenscheinlich. Daher wird auch die Anzahl und Schwere der erfassten Arbeitsunfälle im einzelnen Gewerbezweig bei der Festsetzung des Beitragssatzes berücksichtigt. Die Beiträge ermitteln sich aus der Lohnsumme des Unternehmens, multipliziert mit dem Beitragssatz der jeweiligen Gefahrenklasse, in die das Unternehmen bzw. die Mitarbeitergruppen eingestuft wurde. Die zu zahlenden Beiträge werden auf Basis der Lohnnachweise des Unternehmens ermittelt, die bis zum 16. Februar des Folgejahres auf elektronischem Weg zu melden sind. Mit der elektronischen Meldung werden das beitragspflichtige Arbeitsentgelt und die zugrunde liegenden Arbeitsstunden je Versicherter gemeldet.

Hinweis: Da 2019 der 16. Februar auf einen Samstag fällt, verlängert sich die Abgabe der elektronischen Lohnnachweise für das Jahr 2018 bis zum 18. Februar 2019.

Die Erstellung des digitalen Lohnnachweises erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Schritt ist ein automatisierter Abgleich der Unternehmensdaten durchzuführen. Der Abgleich der Mitgliedsnummer und der Gefahrenklassen erfolgt aus dem verwendeten Lohnabrechnungsprogramm im Unternehmen oder beim Steuerberater. Hierbei müssen die Arbeitgeber allerdings aktiv mitwirken. Um eine sichere Datenübertragung zu gewährleisten, wird jedem Unternehmen von der Berufsgenossenschaft eine fünfstellige PIN-Nummer zugeordnet. Soweit der Lohn nicht im Unternehmen berechnet wird, sind die Zugangsdaten Ihrem Steuerberater auszuhändigen, soweit dies nicht bereits in den Jahren 2017 oder 2018 erfolgt ist.

Hinweis: Selbst wenn die Löhne ohne Einsatz eines elektronischen Abrechnungsprogramms abgerechnet werden, ist der Lohnnachweis digital über eine systemgeprüfte Ausfüllhilfe zu erstellen.

(Stand: 30.01.2019)

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